Category: Sahara


Objekte aus gebrannter Erde sind mehreren Datierungsmethoden zugänglich; aufgrund ihrer weiten Verbreitung und der großen Mengen an gebrochener Fundmaterial
werden Keramikreste deshalb oft zur Altersbestimmung neolithischer und anderer prähistorischer Stationen benutzt.

Behälter aus Keramik stammen überwiegend aus der Blütezeit des Sahara-Neolithikums und späteren Perioden.

Die Frage in welchem Ausmaß prähistorische Bewohner der Sahara Keramikgefäße benutzten und ob sie ein Indiz für eine stationäre Lebensweise sind ist unklar, doch ist
sehr wahrscheinlich, dass Holzgefäße neben Tonbehälter im Gebrauch waren.

Ihre Verwendungsbereiche überschneiden sich nur partiell. Abgesehen davon dass Holzgefäße nicht über Feuer erhitzt werden können, quillt das Material schnell
und Wasser verliert schnell seinen Geschmack. Dagegen sind poröse Keramikgefäße sind sehr gut geeignet Wasser über längere Zeit genießbar und durch die Verdunstung
an der Gefäßoberfläche auch kühl aufzubewahren.

Fundzusammenhänge belegen, dass abgesehen von der Nahrungszubereitung und Wasseraufbewahrung die hauptsächliche Funktion in der Speicherung nur saisonal
verfügbarer pflanzlicher Nahrungsmittel zu suchen ist.

22 Mai 2013

Dass der Mensch auch die trostlosesten Stellen in der Sahara bevölkerte, ist durch die unzähligen Geräte, die er dort zurückgelassen hat reichlich belegt. Doch die Reibschale zum Mahlen von Korn und der dazugehörige Läuferstein sind ein wesentliches Element in der Revolution, die vor etwa zehntausend Jahren, in der Jungsteinzeit (Neolithikum), losbrach.

Der Mensch lernte, die ihm von der Natur zur Verfügung gestellten Produkte zu verarbeiten. Das Sammeln von Getreide zur Herstellung von Mehl ist die Grundlage, von der aus er eines Tages, um den wachsenden Bedürfnissen Genüge zu tun, dazu überging, Ackerbau zu betreiben. Am Südrand der Sahara werden auch heute noch authentische prähistorische Geräte dazu verwendet, um Getreide zu mahlen, aus dem man Fladenbrot oder Kuskus herstellt. Dabei ist die Arbeit des Betreibers dieselbe wie die, seiner fernen Vorfahren, die gleiche auch wie die, welche uns auf ägyptischen Basreliefs erhalten geblieben ist.

Die einfache Reibschale, auf welcher der Reibstein bzw. der Läufer gleitet und die teilweise durch Pickung wieder aufgeraut und wirkungsvoller gemacht wurden, ist ein sehr viel einfacherer Typ, als die kleinen arabischen Steinmühlen, die aus zwei Mühlsteinen bestehen, von denen der eine, bewegliche, auf der anderen feststehenden, durch Drehung um die gemeinsame Achse
mahlt.

3 Apr 2013

Wohl das bekannteste Zeugnis der Neolithiker in der Sahara sind Pfeilspitzen. Es gibt zahlreiche Formen,  für unterschiedlichste Beute. Im Großen und Ganzen unterscheidet man drei Hauptvarianten: dreieckige, gestielte und solche mit transversaler Schneide, wobei die letzteren Prototypen der mittelalterlichen Bolzen darstellen.

Obschon gewisse Spitzen zum Fischfang hätten verwendet werden können, steht fest, dass die überwiegende Mehrzahl  für die Jagd und wahrscheinlich auch zur Austragung vom   Auseinandersetzungen mit menschlichen Gegnern gewesen waren.

Die Erfahrung hat dem Benutzer sehr früh gezeigt, dass Gewicht und Form des steinernen Aufsatzes, mit dem die Spitzen der Pfeilschäfte ausgerüstet waren, mit Bezug auf das zu erreichende Ziel zu berechnen war. Daher gibt es so eine erstaunliche Vielfalt der Formen, die aber leicht nach Typus und Familie einzuordnen sind.

Schmuck ist in der Sahara ein Merkmal des Neolithikums, denn die älteren Industrien waren ausschließlich auf Gebrauchswert ausgerichtet gewesen.

Zu Lippenpflöcken verschiedener Form und Größe kommen Kügelchen, die vielleicht auch Schleudersteine gewesen sein könnten. Aber auch Perlen aus Quarz, Amazonit und Malachit, sowie aus Straußeneischalen ebenso wie Armreifen aus poliertem Stein. Diese sind vor allem in der südlichen Sahara – in Mali und Mauretanien – zu finden.

Eine erstaunliche Vielfalt von Anhängern mit offensichtlich magischem Charakter vervollständigen das prächtige Ensemble, das von hohem Kunstsinn zeugt.

Die Menschen der Jungsteinzeit waren auch die Schöpfer kleiner  Plastiken (in der Literatur häufig  als ‚Rondes bosses‘ bezeichnet) die Tiere darstellen oder anthropomorphe Züge tragen und welche vor allem in der Region des Erg d’Admer südlich des Tassili-n-Ajjer gefunden wurden.

Afrika wird heute vielfach als Wiege der Menschheit betrachtet, und tatsächlich werden nirgendwo sonst auf der Erde so viele Zeugnisse des Vor- und Frühmenschen gefunden wie auf diesem Kontinent. Die frühesten Funde stammen aus dem östlichen Afrika.

Der Sahararaum hat, soweit es menschliche Überreste betrifft bis auf eine Ausnahme, nichts Vergleichbares vorzuweisen. Andererseits wurden in der Sahara primitive Steinwerkzeuge gefunden, die denen Ostafrikas vergleichbar sind und bis ins frühe Pleistozän reichen, also ein Alter von fast zwei Millionen Jahren besitzen.

Von dieser Epoche an entwickelten sich in der Sahara bis um Beginn des Holozäns verschiedene Kulturen, die wir als paläolithisch, altsteinzeitlich, bezeichnen. Ihnen folgten, in einigen Regionen, nach Übergangsphasen, in kurzen Zeitabständen verschiedene neolithische, jung- steinzeitliche Kulturen, die vor etwa 2000 – 3000 Jahren von metallzeitlichen Kulturen abgelöst wurden.

Zeit Epoche Prähistorische Industrie
0 Holozän MetallzeitNeolitikum

  • Pfeilspitzen
  • Äxte
  • Messer
  • Schmuck
10 000 Oberes Pleistozän Aterien

  • Schaber
  • Gestiele Spitzen
50 000 Mittleres Pleistozän Acheuleen

  • Handäxte
  • Faustkeile
1 500 000
2 500 000 Unteres Pleistozän Geröllgerät

  • Pebbels