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Schalen und Schüsseln aus Holz sind für Nomaden sehr wichtig – Tonbehälter zerbrechen leicht und finden deshalb nur selten Verwendung.

Holzschalen werden vor allem für die Zubereitung und Aufbewahrung von Milchprodukten benutzt und finden auch Verwendung als Teller für das gemeinsames Essen.

Tamarisken- und Akazienbäume liefern die bevorzugten Holzsorten für die Schalen, Schüsseln, Schöpfer und Löffel, wobei für die Auswahl des Holzes die Härte eine wesentliche Rolle spielt.

Die Bearbeitung erfolgt solange das Holz noch frisch ist, mit einfachen Werkzeugen wie Dechsel, Messer und Stichel. Oft reißen die Schalen nach oder während der Herstellung. Risse sowie Astlöcher werden dann mit Metallspangen und Metallauflagen überarbeitet wodurch die Schalen nicht an Wert verlieren.

Nach der Fertigstellung werden die Schalen gefettet und angekohlt, oder mit Ruß geschwärzt und meist mit geometrischen Ornamenten verziert.

Als Ohrschmuck kennen die Touareg hauptsächlich Ohrringe verschiedener Ausführung, welche immer im durchbohrten Ohrläppchen getragen werden und dieses durch ihr Gewicht oft beträchtlich in die Länge ziehen. Die gebräuchlichsten sind die Modelle mit Namen ’schizabatan‘, die aus massiven Silberringen und mit Punzierungen verziertem Polyederknauf bestehen. Kleinere Modelle sind glatt und werden mittels Federhaken geschlossen. Alle Ohrringtypen werden in der Regel als Paar getragen.

Einige Zweige des Touareg-Handwerks werden heute von Spezialisten ausgeführt; dazu zählt auch die Herstellung von Oberarmreifen aus Stein.

Die verschiedenfarbigen weichen Steinplatten werden in entsprechender Größe gebrochen und der Reif mit dem Querbeil grob aus dem vorgefundenen Vollmaterial herausmodelliert, bis zum Schluss der innere Kern des Grundmaterials aus dem Ring herausfällt. Nach der Feinbearbeitung der Reifen mit der Feile werden die fertig geformten Ringe gefettet und manche Typen mit Ruß geschwärzt.

Die Touaregmänner tragen diese Ringe am Oberarm, meist kurz über dem Ellbogen, wegen ihrer magischen Schutzwirkung vor bösen Geistern; zusätzlich haben diese Ringe eine Schmuckfunktion.

Seit einigen Jahren werden die Kerne, die bei der Ringherstellung als Abfallprodukt anfallen zu steinernen Anhängerchen, die ihre Vorbilder oft in Schmuckanhängern des Agadezkreuztypus und dessen Modifikationen haben, weiterverarbeitet.

Amulette sind sowohl als Schutz gegen den bösen Blick, Krankheiten und Verletzungen, als auch wegen ihrer sozio-ökonomischen Bedeutung als Statussymbol verbreitet.

Amulette aus Silberblechen, meist rechteckig oder mit dreieckiger Grundform mit stufenförmigem Aufbau, enthalten meist Zettel mit Koranversen, oder alten Zauberformeln aus dem Wissensschatz der Marabouts. Der Inhalt kann aber auch lediglich aus einem Stück Waschmittelkarton bestehen.

Wegen der magischen Kräfte des Materials werden solche Amulette auch aus Kupfer oder Messing hergestellt. Die meisten Objekte werden heute nur noch als reiner Schmuck getragen.

Ein weiterer Anhänger, der als Amulett Verwendung findet, ist die ‚Hand von Fatima‘, dieses Amulett mit dem Namen Khamsa oder Chomeissa, was auf arabisch ‚fünf‘ bedeutet ist in der ganzen islamischen Welt verbreitet.

Bei den Touareg werden die fünf Finger von Fatimas Hand durch fünf Rauten dargestellt. Der Grundkörper der Amulette besteht aus Leder und ist auf der Vorderseite mit rautenförmigen Silberblechen, Muschel- oder Knochenteilen bestückt.

Als weitere Variante findet man Amulettanhänger, die ganz aus Leder bestehen und nur durch Punzierungen verziert sind. Diese Amulette haben eine ausgesprochene Schutzfunktion vor Unfällen und Krankheiten.